CO2-Preis Prognose und Heizkosten

CO2-Preis Prognose

Die Kosten der Wärme im Wandel. Wie sich die Klimaabgabe auf Ihre Heizkostenabrechnung auswirkt.

Preis 2025
55 € / t CO2
Mehrkosten (20k kWh) 0 €
Prognose 2026
65 € / t CO2
Mehrkosten (20k kWh) 0 €
Ausblick 2030
~120 € / t CO2
Mehrkosten (20k kWh) 0 €

Berechnungsbasis: Emissionsfaktor Erdgas = 0,202 kg CO2 / kWh.
Alle Werte sind gesetzliche Fixpreise oder aktuelle Marktschätzungen der Wissenschaft.

Was ist der CO2-Preis fĂĽr Gas?

Seit 2021 ist das Heizen mit fossilen Brennstoffen in Deutschland mit einem Preis für CO2-Emissionen belegt. Grundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Das Ziel ist klar: Die Verbrennung von Gas soll kontinuierlich teurer werden, um Anreize für energetische Sanierung und den Umstieg auf erneuerbare Energien (wie Wärmepumpen) zu schaffen.

Der CO2-Preis wird von den Gaslieferanten an die Endkunden weitergegeben. Er erscheint oft nicht als eigener Posten auf der Rechnung, sondern ist bereits in den Brutto-Arbeitspreis eingerechnet. Scigrid hilft Ihnen, diesen unsichtbaren Kostenblock sichtbar zu machen und Ihre zukĂĽnftige Belastung zu planen.

Der Preispfad: Erhöhung im Jahrestakt

Bisher hat der Gesetzgeber die Preise fest vorgeschrieben. Doch ab 2027 wechselt das System in einen Markthandel (ETS 2). Das bedeutet: Es gibt eine Obergrenze an Emissionsrechten, die versteigert werden. Je weniger Rechte verfügbar sind, desto höher steigt der Preis.

2024 45 €
2025 55 €
2026 65 €
2027+ Markt

Was bedeutet das konkret fĂĽr meine Heizkosten?

Man kann die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) recht genau berechnen. Erdgas stößt bei der Verbrennung ca. 202 Gramm CO2 pro kWh aus. Bei einem aktuellen CO2-Preis von 55 € (2025) entspricht dies einer Zusatzbelastung von ca. 1,11 Cent pro kWh (netto). Inklusive Mehrwertsteuer sind das ca. 1,32 Cent.

Ein Durchschnittshaushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch zahlt allein für die Klimaabgabe im Jahr 2025 knapp 260 Euro. Im Jahr 2026 steigt dieser Betrag bereits auf ca. 310 Euro. Experten erwarten, dass der Preis nach 2027 durch den Markthandel auf 100 bis 150 € pro Tonne steigen könnte – das würde die Mehrkosten auf über 700 Euro pro Jahr katapultieren.

Mieter vs. Vermieter: Wer trägt die Kosten?

Eine wichtige Neuerung für alle Mieter: Seit 2023 müssen Vermieter sich an den CO2-Kosten beteiligen. Die Aufteilung erfolgt nach einem 10-Stufen-Modell basierend auf der energetischen Qualität des Gebäudes:

  • Sehr effizient (Neubau): Der Mieter trägt 100% der Kosten.
  • Mittelmäßig (Schnitt): Kosten werden 50:50 geteilt.
  • Sehr ineffizient (Altbau unsaniert): Der Vermieter muss bis zu 95% der CO2-Kosten ĂĽbernehmen.

Dies soll Vermieter dazu motivieren, in neue Heizungen oder Dämmung zu investieren. Als Mieter sollten Sie bei Ihrer Nebenkostenabrechnung genau prüfen, ob Ihr Vermieter seinen Anteil korrekt abgezogen hat. Sollte die Einstufung des Gebäudes fehlen, darf der Mieter seinen Anteil pauschal um 5% kürzen.

Strategien zur Kostenminimierung

Es gibt drei Wege, wie Sie auf die steigenden CO2-Preise reagieren können:

1. Effizienz steigern

Jede gesparte Kilowattstunde senkt nicht nur Ihren Gas-Grundpreis, sondern auch die CO2-Abgabe. Kleine Maßnahmen wie smarte Thermostate, hydraulischer Abgleich oder das Dämmen der obersten Geschossdecke rechnen sich durch den steigenden CO2-Preis immer schneller.

2. Umstieg auf Biogas

Für nachhaltiges Biogas fällt die CO2-Abgabe weg (oder ist deutlich reduziert), da der Brennstoff als klimaneutral gilt (da nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanzen zuvor aufgenommen haben). Prüfen Sie bei einem [Gasvergleich](gasvergleich.html), ob ein Biogas-Tarif trotz höherem Arbeitspreis durch den Wegfall der CO2-Kosten konkurrenzfähig ist.

3. Heizungstausch

Langfristig ist die Wärmepumpe oder der Anschluss an ein Fernwärmenetz der einzige Weg, die CO2-Abgabe komplett zu vermeiden. Durch attraktive Förderungen (KfW/BAFA) ist die Amortisationszeit bei steigenden CO2-Preisen deutlich gesunken.

Der neue EU-Emissionshandel (ETS2) ab 2027

Während die nationale CO2-Bepreisung (nEHS) Deutschland bereits seit 2021 begleitet, steht auf europäischer Ebene eine noch gravierendere Änderung bevor: Die Einführung des ETS2 (Emissions Trading System 2) ab dem Jahr 2027. Dieses System wird den Handel mit Emissionszertifikaten direkt auf die Sektoren Gebäude und Verkehr ausweiten.

Im Gegensatz zum nationalen System, bei dem der Preis bis 2025 politisch fixiert ist, wird der ETS2 ein rein marktbasiertes System sein. Zwar hat die EU einen „Sicherheitsmechanismus“ vorgesehen, der den Preis bei ca. 45 Euro pro Tonne stabilisieren soll, doch Experten halten es für wahrscheinlich, dass die reale Knappheit der Zertifikate den Preis deutlich darüber hinaus treiben könnte. Einige Szenarien gehen von Preisen zwischen 100 und 200 Euro pro Tonne bis 2030 aus.

Dies bedeutet für Haushalte, die weiterhin auf fossile Brennstoffe setzen, eine massive Planungsunsicherheit. Der CO2-Preis wird von einem moderaten Aufschlag zu einem dominanten Kostenfaktor der Wärmeerzeugung. Um diese Belastung abzufedern, ist die Kopplung an das Klimageld geplant, welches die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung pro Kopf an die Bürger zurückgeben soll. Dennoch bleibt die Grundregel: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde fossiler Energie ist der beste Schutz vor den Unwägbarkeiten des europäischen Zertifikatemarktes. Langfristig führt kein Weg an einer Dekarbonisierung der Heizsysteme vorbei, wenn man die Wohnkosten stabil halten möchte.

Wissenschaftlicher Ausblick

Das Mercator Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) warnt: Ohne einen sozialen Ausgleich (wie das Klimageld) könnte die Belastung für Haushalte im unteren Einkommensdrittel ohne Sanierungsmöglichkeit signifikant steigen. Scigrid rät: Handeln Sie jetzt, solange die Förderquoten hoch sind.

Quelle: MCC Berlin Update Feb 2026

FAQ – Das müssen Sie wissen

Taucht der CO2-Preis auf der Rechnung auf?

Die meisten Versorger weisen den Betrag in der Ăśbersicht der Preisbestandteile aus, aber nicht als separate Rechnungsposition. Er ist integraler Bestandteil des Arbeitspreises.

Gibt es Ausnahmen fĂĽr den CO2-Preis?

Bisher gibt es keine Ausnahmen für private Haushalte. Nur energieintensive Industrieunternehmen können unter bestimmten Bedingungen Kompensationen erhalten.

Was ist das Klimageld?

Das Klimageld ist eine geplante RĂĽckzahlung der CO2-Einnahmen an die BĂĽrger. Es soll die Mehrbelastung pro Kopf zurĂĽckgeben, sodass sparsame Haushalte am Ende finanziell sogar profitieren.

Ihre Zukunft sicher planen

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